Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

Komplexe Extraktionen, Kieferrekonstruktion und Versorgung oraler Läsionen

Collage aus Bildern zur tierärztlichen Zahngesundheit, die einen gebrochenen Hundekiefer zeigen

Komplexe und chirurgische Zahnextraktionen

Nicht alle Extraktionen sind Routine. Tief impaktierte, nicht durchgebrochene oder ankylosierte Zähne bei älteren Hunden erfordern präzise Osteotomie und neurovaskulären Schutz. Brachyzephale Rassen stellen aufgrund ihrer besonderen Anatomie zusätzliche Herausforderungen dar. Sehr kleine Patienten mit fortgeschrittener Knochenerkrankung tragen ein erhöhtes Kieferfrakturrisiko während der Extraktion.

Mehrfachextraktionen können von erfahrenen Chirurgen effizient in einer Sitzung durchgeführt werden, unnötig verlängerte oder wiederholte Narkosen werden so vermieden. Komplikationen wie unvollständige Wurzelentfernung, iatrogene oronasale Fisteln, Weichgewebstraumata oder Knochenfrakturen werden in spezialisierten Händen effektiver versorgt.

Kieferfrakturversorgung

Orale Frakturen treten in chirurgisch kontaminierten Feldern auf, die Zähne enthalten und unter kontinuierlicher Kaubelastung stehen, Komplexitäten, die standard-orthopädische Verfahren unzureichend machen und spezialisierte oralchirurgische Expertise erfordern.

Mandibularkörperfrakturen werden je nach Lokalisation, Zahnbeteiligung und Knochenstatus mittels interdentaler Verdrahtung, Acrylschienen oder Miniplattenosteosynthese versorgt. Symphysenseparationen (häufig bei Katzen nach Trauma) erfordern interdentaler Stabilisierung plus vollständige orale Beurteilung zum Ausschluss begleitender Pathologien.

Pathologische Frakturen bei geriatrischen Kleinhunden durch parodontalen Knochenverlust erfordern gute präoperative Planung, da kompromittierter Knochen selten eine Routinefixation ermöglicht.

Orale Läsionen und proliferative Pathologie

Orale Läsionen umfassen ein breites diagnostisches Spektrum. Dentogene und radikuläre Zysten werden häufig unterdiagnostiziert, da sie asymptomatisch bleiben, bis eine signifikante Knochenresorption eintritt; die vollständige Enukleation der Zystenwand ist essenziell zur Rezidivvermeidung.

Speichelmucocelen (Sialozelen, Ranulae) erfordern eine präzise Diagnose und chirurgische Versorgung zur Rezidivvermeidung.

Indikationen für eine Überweisung

Indikationen für eine Überweisung

Eine Überweisung oder Konsultation ist sinnvoll, wenn Ihr Patient folgende Befunde zeigt:

Zähne mit Ankylose oder Dilazeration, Mehrfachextraktionen erforderlich
Zähne mit Ankylose oder Dilazeration, Mehrfachextraktionen erforderlich
Retinierte Wurzelreste in der Nähe des Mandibularkanals, der Nasennebenhöhlen oder der Nasenhöhle
Retinierte Wurzelreste in der Nähe des Mandibularkanals, der Nasennebenhöhlen oder der Nasenhöhle
Verdacht auf oronasale Fistel nach Extraktion
Verdacht auf oronasale Fistel nach Extraktion
Traumatische, pathologische oder iatrogene Kieferfrakturen
Traumatische, pathologische oder iatrogene Kieferfrakturen
Orale oder gingivale Umfangsvermehrungen mit ausstehender Histopathologie
Orale oder gingivale Umfangsvermehrungen mit ausstehender Histopathologie
Kieferschwellung mit Verdacht auf Zysten oder Neoplasie in der Bildgebung
Kieferschwellung mit Verdacht auf Zysten oder Neoplasie in der Bildgebung
Rezidivierende Speichelsialozele
Rezidivierende Speichelsialozele

Dr. Eva Gasymova

© 2026 Zertifizierte Zahnmedizin für Kleintiere.

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