
Warum Katzen einen Zahnspezialisten brauchen
Die meisten Katzen entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Zahnerkrankung – das betrifft bis zu 90 Prozent der Tiere ab vier Jahren. Die häufigsten Ursachen sind Gingivitis (Zahnfleischentzündung), Parodontitis und Zahnresorption (FORL), bei der sich die Zahnsubstanz von innen auflöst. Diese Erkrankungen bleiben oft lange unbemerkt.
Das liegt daran, dass Katzen Schmerzen instinktiv verstecken. Wenn ein Anzeichen schliesslich auffällt, ist die zugrunde liegende Erkrankung meist schon fortgeschritten.
Hartnäckiger Mundgeruch, der auch nach einer Zahnreinigung oder Futterumstellung nicht verschwindet.
Vermehrtes Sabbern ohne offensichtlichen Grund wie Hitze oder Stress.
Verändertes Fressverhalten, wie einseitiges Kauen, fallengelassenes Futter oder hastiges Schlucken ohne Kauen.
Häufiges Reiben der Pfoten am Maul oder ein plötzliches Einstellen der Fellpflege.
Abwehrreaktionen bei Berührungen an Gesicht oder Maul, selbst bei vertrauten Personen.
Sichtbare Veränderungen im Maul, wie gerötetes Zahnfleisch oder Zähne, die verfärbt oder locker wirken.
Wichtiger Hinweis: Tägliches Zähneputzen und spezielles Zahnpflegefutter können helfen, die Zähne Ihrer Katze gesund zu halten. Eine bereits bestehende Erkrankung können sie jedoch nicht rückgängig machen. Wenn Sie eines dieser Anzeichen bei Ihrer Katze bemerken, ist eine fachärztliche Abklärung der nächste wichtige Schritt.
Häufige Zahnerkrankungen bei Katzen
Gingivitis und Parodontose. Plaque und Zahnstein lagern sich am Zahnfleischrand ab und dringen unbehandelt bis unter das Zahnfleisch vor. Das Zahnfleisch rötet und entzündet sich, geht zurück, und der Kieferknochen, der die Zähne hält, baut sich ab.
Zahnresorption (FORL). Mehr als die Hälfte aller erwachsenen Katzen entwickelt diese Erkrankung irgendwann. Der Körper der Katze löst dabei die eigene Zahnsubstanz von der Wurzel her auf. Dies beginnt oft unterhalb des Zahnfleischrands, wo der Prozess ohne Dentalröntgen nicht sichtbar ist.
Stomatitis. Eine schwere, weit verbreitete Entzündung der gesamten Maulhöhle, die weit über den Bereich eines einzelnen Zahns hinausgehen kann. Sie entsteht durch eine überschiessende Reaktion des Immunsystems auf Plaque, weshalb eine normale Zahnreinigung oft nicht ausreicht. In schweren Fällen bringt erst die Entfernung der meisten oder aller Zähne die Entzündung endgültig zum Stillstand.
Seltener, aber immer wieder zu sehen: Zahnfrakturen (meist durch Sturz oder Biss), Kieferfrakturen (häufig durch ähnliche Unfälle) und Tumoren im Maulbereich, bei denen eine frühzeitige Abklärung entscheidend ist. Für all diese Fälle bieten wir spezifische Behandlungen an: Zahnfrakturen, Kieferfrakturen, Tumoren im Maulbereich.
